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Auslöser des SkandalsBearbeiten

Universität Hannover - Hauptgebäude - BO.jpg

Prof. A. , Jurist an der Universität Hannover, wurde 2008 wegen Bestechlichkeit in 61 Fällen zu 3 Jahren Haft verurteilt. Er hatte Juristen, die ihm über den Promotionsberater D. aus Bergisch-Gladbach vermittelt worden waren, Ausnahmegenehmigungen für die Promotion verschafft und diese dann auch betreut. Gestolpert war er über seine Neigung, gute Noten gegen Sex zu vergeben, und zwei Studentinnen, die eine Prüfung bei ihm verweigerten. Zudem legte ein Doktorand einen Vertrag vor, der Hinweise auf einen Promotionsdeal aufwies. Prof.A, erhielt Hausverbot an seiner Universität, während die Staatsanwaltschaft Hannover gegen ihn und den beteiligten Promotionsvermittler ermittelte. Der Prozess fand vor dem Landgericht Hildesheim statt (AZ 22 KLs 4252Js 86234/04). Als Konsquenz aus den Vorfällen hat die juristische Fakultät der Uni Hannover ihre Promotionsordnung geändert. Der damalige Dekan der juristischen Fakultät trat wegen eigener früherer Kontakte zur Promotionsvermittlung vom Amt zurück.

In 13 Fällen war eine Promotion auch tatsächlich erfolgt. Die Universität Hannover hatte sämtliche Titel wieder aberkannt. 9 Juristen konnten allerdings erfolgreich gegen die Aberkennung ihrer Titel klagen. Insgesamt wurde gegen 80 Doktoranden wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit ermittelt. Gegen 55 Doktoranden erging eine Geldauflage in Höhe eines Monatsgehaltes, da offenbar kein öffentliches Interesse bestand. Vier Doktoranden konnten erfolgreich dagegen klagen, da ihnen nicht nachzuweisen war, dass sie von der Bestechung gewusst hatten. 25 Verfahren wurden eingestellt wegen mangelnden Tatverdachts. Gegen 10 Doktoranden ergingen Strafbefehle, da sie die Geldauflagen nicht akzeptiert hatten,

Diejenigen Juristen, die gegen den Entzug ihrer Doktortitel geklagt hatten, bekamen nun vor dem OVG Lüneburg endgültig Recht. Dieses befand am 25.11.2011, den Juristen sei das Wissen um die erfolgte Bestechung nicht nachzuweisen. Auch habe es die Universität Hannover versäumt, die entsprechenden Dissertationen durch externe Gutachter auf etwaige Mängel hin zu überprüfen (Fälschung, Plagiate etc.). Deshalb sei der Entzug der Doktortitel aufzuheben.

Der Geschäftsführer des "Instituts für Wissenschaftsberatung", Martin D., wurde im gleichen Jahr wegen gewerbsmässiger Bestechung zu 31/2 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 75 000€ verurteilt. Bei einer Hausdurchsuchung im Institut wurden zahlreiche Unterlagen gefunden, die zu Ermittlungen gegen ca. 100 Hochschullehrer führten. Das Institut, der Marktführer der Branche, musste in der Folge Insolvenz anmelden. Da die Bestechungsgelder nicht mehr als Betriebsausgaben anerkannt wurden, standen hohe Steuernachzahlungen an. Neben hohen Prozesskosten gab es auch Rückforderungen von Doktoranden, die nicht mehr vollständig betreut werden konnten. Letztlich war infolge des Prozesses auch die Nachfrage erheblich eingebrochen. Sein Doktortitel wurde ihm von der Universität Bonn wieder entzogen.

Gegen diese Entscheidung hatte Martin D. vor dem Kölner Verwaltungsgericht geklagt und nun verloren. Das Gericht befand den Entzug des Doktortitels für rechtens, da nach der Promotionsordnung die Voraussetzungen daür gegeben seien. (AZ 6 K 3445/10, Urteil vom 27.10.2011).

Zwar sei in der damaligen Promotionsordnung kein nachträglicher Entzug des Doktortitels vorgesehen, jedoch geniesse wissenschaftliches Fehlverhalten keinerlei Vertrauensschutz. Die Universität könne in akademischen Kernfragen jederzeit ihre Regularien ändern und rückwirkend anwenden. Voraussetzung sei jedoch ein "Wissenschaftsbezug" bei einem begangenen Delikt.

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