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EinleitungBearbeiten

Wissenschaftliches Fehlverhalten entsteht nicht im thumb|300px|rightluftleeren Raum, wie von selbst, quasi als persönlicher Betriebsunfall. Es sind immer zwei Parteien daran beteiligt: Eine, die das Fehlverhalten begeht, sowie eine andere, die dies zulässt, akzeptiert, begünstigt bzw. ermöglicht. Mitunter sind die entsprechenden Strukturen derart ineinander verstrickt, dass die Rollenverteilung zwischen Täter und Opfer nicht immer eindeutig ist. Ein Opfer bleibt allerdings immer bestehen: Die Wissenschaft als solche.

Die Möglichkeiten wissenschaftlichen Fehlverhaltens sind vielfältig. Dazu zählen fraglos das Plagiat und das Fälschen von Daten, aber eben auch der Titelkauf. Er spielt im folgenden Bericht die zentrale Rolle.

Ist die deutsche Wissenschaft korrupt? Diese Frage kann guten Gewissens verneint werden. Der langjährige Experte auf diesem Gebiet, Prof. Manuel Rene´ Theisen, schätzt, dass jährlich 2-3% (ca.600) aller deutschen Promotionen mit unlauteren Mitteln erfolgen. Allerdings ist wissenschaftliches Fehlverhalten weit verbreitet und inzwischen zu einem zentralen Problem geworden, dem entschieden entgegnet werden muss.

Gegenstand des DossiersBearbeiten

Gegenstand des Dossiers ist der sog. Promotionsskandal 2009 mit seinem Vorläufer an der Uni Hannover sowie dem Ausläufer am Medizinhistorischen Institut in Würzburg. Hierfür wurden vor allem Artikel von Online-Magazinen und Medienportalen, aber auch die Portale der betroffenen Universitäten ausgewertet.

In die Auswertung wurde der Hannoveraner Fall mit einbezogen, da er zu diesem Komplex gehört, auch wenn es sich um ein getrenntes Verfahren handelt. Der Würzburger Fall hat seine Fortsetzung in der Gegenwart gefunden, weil die Aufarbeitung an der Universität Würzburg nicht hinreichend gelungen ist. Für die Auswertung wurde der Stand bis Ende 2010 berücksichtigt, da bis dahin alle Verfahren beendet waren und die neuerlichen Plagiatsaffären noch keine Rolle spielten.

ProblematikBearbeiten

In die Untersuchung einbezogen wurden alle 22 Universitäten, die in den Medien namentlich erwähnt wurden, davon 8 Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen. Eine weitere Hochschschule wurde zufällig in den Medien endeckt. Insgesamt sollen bundesweit ca. 50 Universitäten in den Skandal involviert gewesen sein. Das würde auch den Fallzahlen der Ermittlungen entsprechen. Zum einen hat die Staatsanwaltschaft Köln diesbezüglich nur begrenzte Aussagen gemacht, zum anderen waren die betroffenen Universitäten verständlicherweise nicht darauf erpicht, in diesem Zusammenhang genannt werden. D.h. über ca. 50% der betroffenen Hochschulen können keine Aussagen gemacht werden, weil sie namentlich nicht bekannt sind.

Erstaunlicherweise bricht die Berichterstattung während des Prozesses ab. Zu diesem Zeitpunkt waren noch ca. 20 Verfahren offen, über deren Ausgang nichts bekannt ist. Ärgerlich sind auch Widersprüche bei harten Fakten. Da wurde wiederholt berichtet, nur vier Juristen hätten die Promotion in Hannover geschafft. Beim Verwaltungsgericht Hannover sind aber neun Juristen aktenkundig, die erfolgreich gegen eine Aberkennung ihrer Doktortitel klagen konnten,

Eine vollständige Aufarbeitung und ein entsprechendes Resümee sind bis heute ausgeblieben. Es sind viele Fragen offen geblieben, die auch hier nur teilweise beantwortet werden können.


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