FANDOM


Plagiate, d.h. Kopien und Nachahmungen, sind eine Plage im Bereich von Kunst, Technik und Wissenschaft. Lediglich beim Recht sieht es anders aus: Jedes Land ist froh, wenn seine Paragrafen von einem anderen 1:1 übernommen werden zwecks "Harmonisierung" internationalen Rechtes.

Bei Kunst, Technik und Wissenschaft ist es hingegen genau das Recht, das den Plagiator anficht!

Da gibt es Urheberrecht für Werke aller Art, da gibt es Patentschutz technischer Errungenschaften und Gebrauchsmusterschutz von Design, und in der Wissenschaft einen Wissenschaftsethos, der der Methodik wissenschaftlichen Arbeitens zugrunde liegt, und daher hohe Anforderungen stellt an wissenschaftliche Arbeiten und den Ausweis sämtlicher Zitate darinnen. All dies auch Regelungen zum Schutz "geistigen Eigentums".

ErkennungBearbeiten

Zur Plagiatserkennung braucht es Menschen:

  1. Der Urheber eines Textabschnittes "traut seinen Augen nicht" beim Lesen einer wissenschaftlichen Arbeit. Der gelesene Text eines zumeist fremden Autors stammt aus einer eigenen Arbeit des Lesers oder ist eine Paraphrase wesentlicher Aussagen von des Lesers Arbeit.
  2. Ein anderer aufmerksamer Leser spezialisierter wissenschaftlicher Arbeiten erkennt ein Plagiat.
  3. Zumeist ist zumindest zuerst ein Anfangsverdacht da durch einen der vorgenannten Lesertypen, wodurch auch fachlich weniger spezialisierte Leute womöglich den Fall zu prüfen beginnen.
    • Besonders gründlich wurde dadurch die Doktorarbeit des Bundesministers der Verteidigung zu Guttenberg als reine Copy&Paste-Wüste enttarnt ohne wissenschaftlichen Wert. Im Falle Guttenberg arbeitete ein ganzer "Schwarm" Freiwilliger via Internet zusammen, um die unglaubliche Zahl Plagiats-Abschnitte der Arbeit aufzuzeigen, so getan in der Wiki "GuttenPlag".

Die maschinelle Erkennung von Plagiaten hat ihre Grenzen:

Jede maschinelle Auswertung von Texten auf kopierte, aber nicht als Zitat markierte Stellen bedarf einer umfassenden Prüfung durch aufmerksame menschliche Leser. Denn z.B. benutzen Autoren ohne ausgeprägte Textstylistik Allerweltssätze, mit denen jede wissenschaftliche Arbeit angefüllt sein kann. D.h. der maschinelle Scan muss überprüft werden, ob diese Allerweltssätze-Übereinstimmung mehrerer wissenschaftlicher Werke auch deren Aussagen gleich wiedergibt, oder ob diese Sätze inhaltlich unbedeutend sind.

Ebenso wird die Maschine Probleme haben mit der Erkennung einer Paraphrase, d.h. von in eigene Worte gefasste Erkenntnisse, Thesen und Theorien aus anderen Werken!

Jedenfalls machte es sich einst BWL-Professor Uwe Kamenz zu einfach, indem er seiner eigenen Plagiats-Erkennungs-Software traute, und dann mit Plagiatsvorwürfen gegen Frank-Walter Steinmeier an die Öffentlichkeit drängte: siehe ZEIT über den zweifelhaften Plagiatsjäger Kamenz.

GrenzfallBearbeiten

Im deutschen Recht gibt es den Begriff "kleine Münze" in Bezug auf Urheberrecht, d.h. auch kleine Werke sind geschützt, jedoch sollen jegliche Werke ohne erkennbare "Schöpfungshöhe" keine Ursache von Urheberrechtsstreitigkeiten sein. In der Praxis sind das z.B. Kleinanzeigen, oder einfache Werbehandzettel, die ohne große gestalterische Mühe auf die Eröffnung eines Pizzaservice oder so hinweisen.

Eine wissenschaftliche Schrift über Kleinanzeigen müsste wahrscheinlich dennoch die Quellen nachweisen für die in die Betrachtung gezogenen Beispiele. Und dabei evtl. NICHT die Autoren nennen wenn es Anzeigen von Privat sind, ja deren Adressen und Telefonnummer womöglich unkenntlich machen beim Einfügen der Scans der Originale in die Textseiten, zum Schutze von Daten und Privatsphäre. Als Quelle sind dann die veröffentlichenden Zeitungen und Journale zu nennen, sowie Nr. und Jahrgang bzw. das Erscheinungsdatum der Ausgabe.


Der Begriff "Schöpfungshöhe" kann auch beim Durch-Scannen wissenschaftlicher Arbeiten auf Plagiatsverdacht gut verwendet werden. Wird in zwei Werken über das Gleiche bzw. die gleiche Person geschrieben, sollten einzelne "Allerweltssätze, die jeder so schreiben würde" nur als Beweis verwendet werden, wenn auch eine nichtmaschinelle Bewertung dies plausibel begründet. D.h. wortgleiche "Allerweltssätze" in geringer Zahl übereinstimmend sind kein Plagiatsbeweis, außer wenn genau diese Sätze eine Kernaussagen-Kopie sind!

Plagiate verändern die WeltBearbeiten

Ganze Religionen stehen in Verdacht, die sie begründenden Bücher seien nur Plagiate, etwa die ganzen Wundergeschichten über Jesus seien zuvor schon über andere Wanderprediger erzählt worden.

LiteraturBearbeiten

WikipediaBearbeiten

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki