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Briefe und Petitionen Die folgenden Schreiben sind bislang ungekannte Dokumente der deutschen Wissenschaftsgeschichte. Es sind Zeugnisse der -hoffentlich anhaltenden- Selbstreinigungskräfte innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Ob Parteien vergleichbare Kräfte bereit sind zu entfalten, bleibt zu hoffen.


Offener Brief an die BundeskanzlerinBearbeiten

Am 24. Februar, nachdem die Kanzlerin einen Bundesminisiter zum Dividuum, zum Teilbaren erklärte, schrieben ihr wenige Doktoranden einen offenen Brief und riefen zur Unterstützung auf.

"Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, als Doktorandinnen und Doktoranden verfolgen wir die gegenwärtige Diskussion um die Plagiatsvorwürfe gegen den Bundesminister der Verteidigung, Herrn Karl-Theodor zu Guttenberg, mit großer Erschütterung und noch größerem Unverständnis. Wir haben den Eindruck, dass Sie mit aller Macht versuchen, einen Minister zu halten, der trotz massiver Gegenbeweise immer noch die Behauptung aufrecht erhält, er habe in seiner Doktorarbeit nicht bewusst getäuscht..." http://offenerbrief.posterous.com/

Am 15. März 2011 wurde der von ca. 14.000 Doktoranden, ca. 18.000 Promovierten und ca. 31.000 Unterstützern unterzeichnete Brief mit ingesamt mehr als 63.000 Unterschriften im Bundeskanzleramt abgegeben.


Erklärung von Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern zu den Standards akademischer PrüfungenBearbeiten

Für unmöglich hielt man es bislang, dass ca. 3300 Professorinnen und Professoren eine Erklärung innerhalb weniger Tage unterzeichnen könnten. Hier ist der Beleg, der sich in erster Linie an den Promotionsausschuss der Universität Bayreuth (Causa Guttenberg) richtet.

"Die unterzeichnenden Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer haben mit Sorge zur Kenntnis genommen, dass die Universität Bayreuth die Aberkennung des Doktorgrades von Herrn zu Guttenberg nicht mit vorsätzlicher Täuschung begründet hat. Dabei sieht die Promotionsordnung der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth (*) als einzige Möglichkeit für die Aberkennung einer Promotion nach deren Bestehen den Nachweis einer Täuschungsabsicht vor (§ 16, Abs. (1) und (2)) und unterstreicht dies, indem in Absatz (3) explizit gesagt wird, dass ein späterer Nachweis von nicht erbrachter Leistung, bei der keine Täuschungsabsicht erkennbar ist, nicht zur Aberkennung des Titels führen kann. Die Promotionsordnungen anderer Fächer und an anderen Universitäten lauten ähnlich..." http://www.hausdorff-research-institute.uni-bonn.de/mkreck/Erklaerung.pdf

Am 23.02.2011 wurde Herrn zu Guttenberg der Doktortitel durch die Universität Bayreuth wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens entzogen. Die Kommission zur Selbstkontrolle in der Wissenschaft der Uni Bayreuth bestätigte im Mai den Verdacht der vorsätzlichen Täuschung in ihrem Bericht.


Petition gegen den Verbleib von Silvana Koch-Mehrin im Europäischen ParlamentBearbeiten

Nachdem Frau Koch-Mehrin ihren Doktortitel wegen des "systematischen Charakters der Plagiate" in ihrer Dissertation durch die Universität Heidelberg entzogen bekam, wurde sie Vollmitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlamentes.

"Die Unterzeichner rufen das Europäische Parlament auf, Frau Silvana Koch-Mehrin aus dem Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie abzuberufen. Jüngst stellte die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg fest, dass Frau Koch-Mehrin einen großen Teil ihrer Doktorarbeit zum Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion“ mit ungenauer Nennung der Quelle oder ganz ohne Nennung der Quelle bei anderen Autoren abgeschrieben hat. Die Universität hat Frau Koch-Mehrin am 15. Juni 2011 den Doktorgrad entzogen. Es ist inakzeptabel, dass jemand, der sich des akademischen Betrugs schuldig gemacht hat, in einem Ausschuss sitzt, der die europäische Forschungspolitik und ihre Finanzierung überwacht." https://sites.google.com/site/skmresignation/resources/petition-german . Im Original http://www.gopetition.com/petitions/resignation-of-silvana-koch-mehrin-from-the-european-pa.html

Nach einer ergänzenden Stellungsnahme der Deutschen Forschungsgemeinschaft trat Frau Koch-Mehrin nach vier Tagen von ihrer Voll-Mitgliedschaft zurück.


Offener Brief zur Causa Jorgo ChatzimarkakisBearbeiten

Nachdem die vermutliche Entscheidung des Promotionsauschusses der Universität Bonn `durchsickerte`, Jorgo Chatzimarkakis seinen Doktortitel zu entziehen, begab er sich bei Anne Will in eine Diskussionsrunde zum Thema "Die Blender-Republik - wie weit kommt frech?" und machte dort bemerkenswerte Äußerungen zu seinem Verständinis von wissenschaftlichen bzw. internationalen Zitierstandards.

"Sehr geehrter Herr Dr. Rösler, als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Doktorandinnen und Doktoranden sind wir bestürzt über die Äußerungen von Jorgo Chatzimarkakis in der Diskussionssendung Anne Will am 3. Juli. Herr Chatzimarkakis steht derzeit unter Plagiatsverdacht und erklärte, dass er die von ihm verwendete Zitierweise in Oxford gelernt habe: "Dann ging ich nach Oxford und dann stellte ich fest, in Oxford, da war ich zu Forschungszwecken auch für diese Dissertation, die formulieren irgendwie anders. Die benutzen das Intertextualisieren, also das Lesbarmachen von Texten. Wissenschaftliche Texte sind manchmal sehr sperrig, und gerade dieses Einrücken und dieses Zitieren." Damit begründet Herr Chatzimarkakis sein wissenschaftliches Fehlverhalten. Für uns, die wir wissenschaftliche Forschung betreiben, sind die Äußerungen von Herrn Chatzimarkakis ein Affront. Weder in Oxford, noch irgendwo anderes auf der Welt, ist eine solche Zitierweise akzeptiert. In Oxford wird mit international anerkannten Zitationssystemen gearbeitet wie z.B. dem Harvard-System. Die Unterstellung, dass in Oxford andere Regeln gelten, ist unerhört und eine Beleidigung für alle ehrlichen Forschenden in Oxford. Der herausragende Ruf der Universität Oxford hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass rigorose wissenschaftliche Praxis hohe Priorität hat. Eine laxe Zitierweise und das bewusste oder unbewusste Plagiieren hat in Oxford keinen Platz. Wer anderes behauptet, hat entweder keine Ahnung vom Wissenschaftsbetrieb oder stellt die Dinge bewusst falsch dar...'''''' 'http://www.openpetition.de/petition/online/offener-brief-zur-causa-jorgo-chatzimarkakis (Oxford, 04.07.2011 - aktiv bis 31.07.2011)

Ein weiterer Doktorand der Uni verfasste ein Schreiben an die Universität Oxford.

Am 13.07.2011 wurde Herrn Chatzimarkakis der Doktortitel durch die Universität Bonn wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens entzogen.



Einige Daten, Namen und Belege/Links sind hier noch zu ergänzen..

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