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Über konkrete Sabotageakte im Wissenschaftsbetrieb ist wenig bekannt, vor allem in Deutschland. Meist spielen sie sich auf sehr subtilen Ebenen ab, sind schwer zu erkennen und noch schwerer zu ahnden. Der folgende Fall stellt dehalb ein Extrem dar, indem er aufzeigt, wie weit Forscher gehen können, um ihre Manipulationen zu vertuschen.

EinführungBearbeiten

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Schauplatz des unglaublichen Geschehens war das Institut für Pharmkologie und Toxikologie der Universität Gießen im Jahr 1997. Die Hauptpersonen des Dramas waren der chinesische Mikrobiologe Dr. Xiong sowie der Doktorand Volker M., ein Veterinärmediziner. Weiterhin beteiligt waren der Doktorvater von Volker M. sowie weitere Gutachter. Dreh- und Angelpunkt war die Dissertation von Volker M.

Die VorfälleBearbeiten

Im Februar 1997 wurden nachts sämtliche Gashähne im 6.Stock des Labors geöffnet, während ein Bunsenbrenner brannte. Kurz darauf erfolgte ein Brandanschlag auf die Bibliothek, danach kam es zu mehreren Diebstählen. So verschwanden das Labortagebuch des Doktoranden, die Notizen der Arbeitsgruppe seines Doktorvaters sowie die Primärdaten Volker M.s, seine selbst produzierten Röntgenfilme.

Dann brach der Gen-Experte Dr. Xiong, ein regelmässiger Teetrinker, plötzlich mit Übelkeit und Herzbeschwerden zusammen. Er kam mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus, konnte aber wieder genesen. Einige Wochen später wiederholte sich der Vorfall. Eine Blutuntersuchung ergab eine Vergiftung mit Digitalis. Seine Frau hatte Verdacht geschöpft, weil sie Volker M. kurz zuvor im Labor gesehen hatte. Sie liess die Teetasse ihre Mannes untersuchen. Dort fand man eine tödliche Dosis Digitoxin.

Die DissertationBearbeiten

Volker M., wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, hatte sich seit 1993 mit einem ehrgeizigen Projekt beschäftigt. "Er wollte den Aufbau von Genen anhand der Abfolge einzelner Bausteine entschlüsseln. Auf einem Röntgenfilm will er radioaktiv markierte Substanzen unterscheidbar abgebildet und damit lesbar gemacht haben."

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Die Giessener Professoren waren einerseits begeistert von seiner Arbeit, der sie das Prädikat "magna cum laude" verliehen. Andererseits hatte der Doktorvater selbst wenig Ahnung von der Materie, weshalb er den chinesischen Gastwissenschaftler zur Betreuung mit heranzog. Dieser stellte alsbald Fehler in den Untersuchungsreihen fest und informierte den Doktorvater. Darüber kam es zum Streit, Volker M. setzte seine Arbeit alleine fort und erhielt seinen Doktortitel.

Die Situation eskalierte, als die Arbeit veröffentlicht werden sollte. Der Doktorvater verlangte die Laborunterlagen, deren Richtigkeit der Mikrobiologe Dr. Xiong per Unterschrift bestätigen sollte. Kurz darauf begannen die geschilderten Vorfälle, die Dr. Xiong gerade noch mit ärztlicher Hilfe überlebte.

Die AnklageBearbeiten

In der Folge musste sich Volker M. vor dem Landgericht Gießen wegen versuchten Totschlags verantworten. Als Motiv wurde Vertuschung einer gefälschten Doktorarbeit genannt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatten die Gutachter entweder keine Ahnung, was sie begutachtet hatten, oder die Arbeit nicht gelesen. Die Ergebnisse seien jedenfalls gefälscht.

Die KonsequenzenBearbeiten

Volker M. verlor seine Arbeit im Institut. Sein Doktortitel wurde entzogen, wogegen er Widerspruch einlegte. Die weiteren Ereignisse sind nicht bekannt.


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