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An dieser Stelle werden Dissertationen aufgeführt, die aufgrund erkannter Mängel untersucht wurden, bei denen sich wissenschaftliches Fehlverhalten aber letztlich nicht bestätigt hat, so dass der Doktortitel nicht entzogen wurde. Kennzeichnend sind schlampiges Arbeiten und wissenschaftliche Fehler, bei denen jedoch keine Täuschungsabsicht vorliegt. Dies ist z.B. der Fall, wenn fremdes Gedankengut, Tabellen etc. ungenügend oder fehlerhaft gekennzeichnet sind, aber keine Anmassung der Autorenschaft vorliegt. Dies verstösst gleichwohl gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis.

Bernd AlthusmannBearbeiten

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Niedersächsischer Kultusminister, Präsident der Kultusministerkonferenz KMK

Im Juli 2011 erschien ein Artikel in der ZEIT, der Bernd Althusmann Plagiate in seiner Doktorarbeit vorwarf. In deren Auftrag hatten zwei wissenschaftliche Mitarbeiter von Universitäten ein Gutachten erstellt, das Plagiate auf 88 von 114 Seiten aufzeigte. Auch der Jurist Volker Rieble fand klare Hinweise auf Plagiate.

Obwohl sofort Rücktrittsforderungen laut wurden, wies Bernd Althusmann jegliche Schuld von sich. Er räumte handwerklicher Fehler ein, weshalb seine Arbeit auch nur mit "rite" bewertet worden sei, bestritt aber jede Täuschungsabsicht.

Am 1.12.2011 gab die Prüfungskommissionder Universität Potsdam ihr Untersuchungsergebnis bekannt. Danach gab es wohl massive Verstösse gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, sie erfüllten jedoch nicht die Kriterien für wissenschaftliches Fehlverhalten. Die Universität Potsdam räumte eine Mitschuld ein, da sie eine derart fehlerhafte Arbeit niemals hätte annehmen dürfen. Eine Täuschungsabsicht sei Althusmann aber nicht nachzuweisen, weshalb ein Titelentzug nicht statthafft sei.

Roland WöllerBearbeiten

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Sächsischer Kultusminister, Professor an der HTW Dresden

Bereits 2007 geriet Roland Wöller mit seiner Dissertation in Bedrängnis, weil er verdächtigt wurde, Teile aus der Magisterarbeit eines Studenten abgeschrieben zu haben. Der Promotionsausschuss der TU Dresden fand damals die Menge der Übereinstimmungen der beiden Arbeiten bedenklich, konnte aber weder eine Täuschung noch eine Verletzung des Urheberrechts feststellen. Wegen handwerklicher Fehler erhielt Wöller eine Rüge sowie die Ermahnung, bei einer weiteren Veröffentlichung die fehlenden Fussnoten zu ergänzen.

Die Doktorarbeit, die einst mit "magna cum laude" bewertet worden war, geriet 2011 erneut unter Plagiatsverdacht , nachdem sich der Gründer von VroniPlag nach ersten Analysen an die Medien gewandt hatte. Darauf befasste sich die TU Dresden erneut und intensiver mit dem Fall. Dabei wurde Wöllers Dissertation sowohl mit der betreffenden Magisterarbeit als auch mit weiteren thematisch ähnlichen Arbeiten verglichen. Eine unabhängige Untersuchungskommissionzur Aufklärung wissenschaftlichen Fehlverhaltens gab am 21.12.2011 dann die Einstellung des Verfahrens bekannt.

Man habe nur eine Übereinstimmung mit der Magisterarbeit, jedoch nicht mit anderen Arbeiten gefunden. In Teilbereichen seien wissenschaftliche Standards nicht immer eingehalten worden. Ein wissenschaftliches Fehlverhalten sei jedoch nicht nachzuweisen. „Die Kommission hat keinen Zweifel daran, dass W. die Arbeit eigenständig und in eigenständiger Quellenauswertung erstellt hat.“

Inzwischen schlägt der Fall Wöller erneut hohe Wellen. Als Vorabbericht eines Artikels in der ZEIT distanzierte sich sein Doktorvater, der Historiker Ulrich Kluge, aufs Schärfste von seinem ehemaligen Doktoranden. Wöller sei ein Scharlatan, der ihn getäuscht habe. Zunächst habe er ihn für brilliant gehalten. Als er sich im Zuge der ersten Plagiatsvorwürfe 2007 dessen Dissertation noch einmal angesehen habe, habe er gesehen, dass Wöller gegen die wissenschaftliche Redlichkeit verstossen habe. Er habe Wöller bereits 2007 in einer Mail mitgeteilt, dass er sich für ihn schäme, aber darauf nur eine freche Antwort erhalten. Dass der Prüfungsausschuss 2011 erneut so milde geurteilt habe, sei für ihn ein Armutszeugnis. Kluge wolle Deutschland nun verlassen, weil er von dessen Wissenschaftsszene enttäuscht sei.

Nachdem diese Nachricht, noch vor dem eigentlichen Artikel, wie ein Lauffeuer durch die Medien ging, erfolgte nach wenigen Stunden am 11.01.2012 eine ausführliche Stellungnahme der TU Dresden. Man äussert Unverständnis für die Reaktion Kluges und habe ihn zum Gespräch gebeten. Ansonsten will der Prüfungsausschuss bei seiner Entscheidung bleiben.Ulrich Kluge kann jedenfall schriftlich belegen, dass ihm 2009 die TU Dresden noch nicht einmal Auskunft über den Stand der Ermittlungen gegen Wöller geben wollte.


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