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Wissenschaftliches FehlverhaltenBearbeiten

Der Begriff "Wissenschaftliches Fehlverhalten" wurdethumb|300px|rightanlässlich des bislang grössten deutschen Wissenschaftskandals definiert, der auch international für Aufsehen sorgte.


Das Video zeigt eine Fernsehdokumentation über akademische Ghostwriter (3sat).


Anlass der DefinitionBearbeiten

Im Juli 1998 erliess die Hochschulrektorenkonferenz HRK eine Empfehlung, die auf einem Beschluss der Max-Planck-Gesellschaft vom November 1997 basiert. Neben der Definition wissenschaftlichen Fehlverhaltens wurden auch Empfehlungen für die Verfahrensregelung bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten veröffentlicht. Auslöser dieser Aktion war der sog. Krebsforschungsskandal um die Professoren Marion Brach und Friedhelm Hermann. Ihnen wurde im Datenmanipulation in mehr als 90 Studien nachgewiesen. Die DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft klagte auf Rückgabe der Fördergelder. Nach einem Vergleich wurde ihr ein Teil der Fördergelder zugesprochen. Beide Forscher wurden aus dem Beamtenverhältnis entlassen.

Kriterien für wissenschaftliches FehlverhaltenBearbeiten

In der Empfehlung der HRK Hochschulrektorenkonferenz von 1998 wird wissenschaftliches Fehlverhalten folgendermassen definiert:

"1. Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt vor, wenn in einem wissenschaftserheblichen Zusammenhang bewußt oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden, geistiges Eigentum anderer verletzt oder sonstwie deren Forschungstätigkeit beeinträchtigt wird. Entscheidend sind jeweils die Umstände des Einzelfalles.

Als möglicherweise schwerwiegendes Fehlverhalten kommt insbesondere in Betracht:

a) Falschangaben

  • das Erfinden von Daten
  • das Verfälschen von Daten, z.B.
  • durch Auswählen und Zurückweisen unerwünschter Ergebnisse, ohne dies offenzulegen,
  • durch Manipulation einer Darstellung oder Abbildung
  • unrichtige Angaben in einem Bewerbungsschreiben oder einem Förderantrag (einschließlich Falschangaben zum Publikationsorgan und zu in Druck befindlichen Veröffentlichungen).

b) Verletzung geistigen Eigentums in bezug auf ein von einem anderen geschaffenes urheberrechtlich geschütztes Werk oder von anderen stammende wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse, Hypothesen, Lehren oder Forschungsansätze:

  • die unbefugte Verwertung unter Anmaßung der Autorschaft (Plagiat),
  • die Ausbeutung von Forschungsansätzen und Ideen, insbesondere als Gutachter (Ideendiebstahl),
  • die Anmaßung oder unbegründete Annahme wissenschaftlicher Autor- oder Mitautorschaft,
  • die Verfälschung des Inhalts,
  • die unbefugte Veröffentlichung und das unbefugte Zugänglichmachen gegenüber Dritten, solange das Werk, die Erkenntnis, die Hypothese, die Lehre oder der Forschungsansatz noch nicht veröffentlicht sind.

c) Inanspruchnahme der (Mit-)Autorenschaft eines anderen ohne dessen Einverständnis.

d) Sabotage von Forschungstätigkeit (einschließlich dem Beschädigen, Zerstören oder Manipulieren von Versuchsanordnungen, Geräten, Unterlagen, Hardware, Software, Chemikalien oder sonstiger Sachen, die ein anderer zur Durchführung eines Experiments benötigt).

e) Beseitigung von Primärdaten, insofern damit gegen gesetzliche Bestimmungen oder disziplinbezogen anerkannte Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit verstoßen wird.

2. Eine Mitverantwortung für Fehlverhalten kann sich unter anderem ergeben aus

  • aktiver Beteiligung am Fehlverhalten anderer,
  • Mitwissen um Fälschungen durch andere,
  • Mitautorschaft an fälschungsbehafteten Veröffentlichungen,
  • grober Vernachlässigung der Aufsichtspflicht.

Des weiteren wurde der Handlungsspielraum beschrieben, den eine Hochschule bei der Prüfung von bekannten Verstössen hat sowie eine Verfahrensregelung, die den Ablauf der Prüfung regelt. In den Anmerkungen wurde ein Katalog möglicher Sanktionen beschrieben.

"Die Kommission 'Selbstkontrolle in der Wissenschaft' der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat am 19. Januar 1998 ausführliche "Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis" vorgelegt. Darin werden Hochschulen und Forschungseinrichtungen aufgefordert, Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verbindlich zu formulieren und Verfahren zum Umgang mit Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens zu entwickeln. " In der Zwischenzeit haben (alle?) Hochschulen und Forschungseinrichtungen modifizierte Fassungen als Regularium übernommen


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