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Es ist noch gar nicht so lange her, da musste ich mir beruflicherseits im Eiltempo einen Überblick über die neuen Krebstherapien verschaffen. In den letzten Jahren sind ja immer neuere Therapeutica auf den Markt gekommen, allesamt hochgepriesen als neue Wunderwaffen.

Die Krebszentren werden dementsprechend überrannt von Kranken und deren Angehörigen, um an Medikamente zu gelangen, die noch nicht zugelassen sind. Kaum Einer denkt daran, vielleicht in der Kontrollgruppe zu landen mit einer Behandlung, die er bereits erfolglos absolviert hat. Die Krankenkassen werden bombardiert mit Anträgen auf Kostenübernahme, und wer kann, investiert eben sein eigenes Vermögen dafür.

Inzwischen ist auch da wieder ein Stück Ernüchterung eingekehrt, nachdem weitere Studien die begrenzte Wirksamkeit aufgezeigt haben. Avastin, der Blockbuster von Roche, wurde in den USA für diverse Krebsarten gar nicht zugelassen, für Brustkrebs wurde die erteilte Zulassung sogar wieder entzogen, da der Behandlungseffekt nur marginal war. In der Hauptsache besteht er in einer Verlängerung der Lebenszeit von einem bis einige Monate, je nach Krebsart. In der EU wurde allerdings die Zulassung noch erweitert, obwohl es auch hier an kritischen Stimmen nicht gefehlt hat.

Auch die Nebenwirkungen des Medikaments sind beträchtlich, obwohl jedem Kranken versichert wird, wie gut verträglich das Medikament ist. Wer Glück hat, erfährt denn auch, dass die "Heilung" nur vorübergehender Natur ist und die Tumorkrankheit später mit noch grösserer Wucht zurückkehrt. Ja wie denn das?

Nun, es handelt sich bei dem Medikament um einen monoklonalen Antikörper, der die Gefässneubildung hemmt. Mit zunehmendem Tumorwachstum bildet dieser eine eigene Gefässversorgung aus, um sich zu ernähren. Wird diese Gefässneubildung gehemmt, verhungert der Tumor regelrecht und schrumpft. Dies wird in der Regel als Heilungserfolg gefeiert. Nach relativ kurzer Zeit bilden sich allerdings Hunderte neuer kleiner Tumore aus, die keine eigene Blutversorgung benötigen, und streuen im Feld. Dann ist keine gezielte Behandlung mehr möglich.

Dieser Umstand ist schon seit Jahren bekannt, auch wenn man die Informationen dazu mit der Lupe suchen muss. Dafür hat sich Roche etwas Neues einfallen lassen. So gibt es für Kliniken eine "Geld-zurück-Garantie", wenn sich Avastin bei der Behandlung als unwirksam erweisen sollte. Hauptsache, der Umsatz stimmt! Googlefix 01:04, 14. Jan. 2012 (UTC)

Update:

Möglicherweise bekommt die FSA Verein Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie nun doch etwas Arbeit. Wie der SPIEGEL heute berichtet, hat sich Bayer wieder eine besondere Form des Marketings einfallen lassen. Ärzte erhielten einen Infobrief über den neuen Blutverdünner "Xarelto", dessen Empfang sie quittieren sollten. Wie sich herausstellte, enthielt die Sendung ein Muster des Medikaments. Darüber haben sich diverse Ärzte empört, weil dies schon seit geraumer Zeit verboten ist: "Das Verfahren wurde erstmals in den achtziger Jahren im Arzneimittelgesetz (AMG) neu geregelt. Eine Zusendung ist nur erlaubt, wenn der Arzt das Muster vorher schriftlich angefordert hat. So steht es in Paragraph 47 des AMG."

Die Ärzte sind verärgert, weil ihnen mit der Empfangsquittung praktisch eine nachträgliche "Anforderung" untergeschoben wird. Bayer HealthCare kann den Unmut nicht verstehen, weil ja nirgendwo geregelt ist, wie diese "Anforderung" zustande kommt. Nun will sich die FSA um die Angelegenheit kümmern und hat ein Beanstandungsverfahren eingeleitet. Mehr als ein Bussgeld dürfte dabei nicht herauskommen.

"Auch das "arznei-telegramm" hat derweil Anzeige bei der zuständigen Landesbehörde eingereicht: "Eine Muster-'Anforderung' per Quittungszettel bei Lieferung erachten wir als untergeschobene Anforderung, die nicht vom Arzt initiiert wurde. Nach unserer Einschätzung wird hier versucht, die rechtlichen Vorgaben zu unterlaufen."" (SPIEGEL ONLINE, 18.01.2011, Nicola Kuhrt) Googlefix 21:25, 18. Jan. 2012 (UTC)

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